Dienstag ist wie Montag, nur schlimmer. Heute trifft das jedenfalls zu. Schlecht geschlafen, weil gehustet ohne Ende. Fast verpennt, weil einfach kein Elan zum Aufstehen vorhanden war. Mit der Ubahn eine Station zu weit gefahren, weil so in das Buch und meine Gedanken vertieft. Kippchen zuhause vergessen, Delle in den Haaren, Moep.
Nicht einschlafen
Muss.wach.bleiben. Darf.nicht.einschlafen. Muss.noch.einen.Espresso.trinken.
Hatte ich erwaehnt, dass unsere Matratzen am Samstag Morgen geliefert wurden? Sie sind himmlisch gemuetlich und genau DA moechte ich jetzt drauf liegen… Aber nein, nein nein nein. Wach bleiben. Die letzte Stunde halte ich jetzt auch noch durch.
Wir waren Samstag Mittag zum ersten Mal auf dem Brixton Market. An sich ist das ein Markt wie jeder andere in der Stadt, allerdings hauptsaechlich jamaikanisch. An jeder Ecke laute Musik, bruellende Marktschreier, die alle Tari hinterher gepfiffen haben und man kriegt wirklich alles da. Sogar Flachbildfernseher. Da gehen wir jetzt immer hin und kaufen Obst und Gemuese. Ist sowieso viel billiger als im Supermarkt.
Und gerade gucke ich aus dem Fenster und sacke sofort in mir zusammen: es schneit. Immernoch. Neien! *jammer* Jetzt will ich erst recht ins Bett!
Nachgeholt
Wie war das noch mal? Man soll im Buero NICHT schlafen. Oder? War das so? Ich weiss es nicht. Mein Hirn hat es vergessen. Schlafmangel, nehm ich an.
Aber fangen wir mal von Vorne an. Nachdem ich gestern den halben Tag lang stinkig war, hat uns Navina, der juengste Zuwachs in unserer Maedels-Truppe, spontan besucht. Sie war im Dezember an unseren alten WG Zimmern interessiert, wir hatten ein paar Mal telefoniert und nun ist sie seit einer Woche hier und wir wollten uns doch auch mal in echt sehen. Grade 19 geworden, aus Berlin und redet ohne Punkt und Komma. Aber durchaus sympathisch.
So sassen wir also auf dem Sofa und einer Luftmatratze rum, haben Tamaras ober leckeres Essen gegessen und uns festgequatscht.
Irgendwann trudelten dann der TB und sein bester Freund Tuggy ein. Wieder einen wichtigen Menschen aus seinem Umfeld kennengelernt. Halb 11 kam noch der kleine Flex dazu. Und so sassen wir zu fuenft bis heute morgen halb 8 bei uns in der Stube. … also ja, TB musste zwischendurch mal schnell in mein Zimmer und… aeh… eine Gluehbirne wechseln *hust*… Aber es war eine lustige Nacht, inklusive Freestyles in der Kueche und Pancakes zum Fruehstueck! Und das Meiste vom Alkohol ist auch weggetrunken. *hicks*
Ganz klar ist, dass mindestens fuenf Menschen in dieser grossen Stadt heute einen langen und anstrengenden Tag vor sich haben. Ich schleiche noch um den Espresso herum, aber ich befuerchte, ich brauche einen. Wenn ich nicht wieder einnicken moechte, so wie eben schon zwei mal. Peinlich.
Wir haben also unsere mickrige Party gestern ungeplant und spontan doch noch geschmissen. Na, ich beschwer mich nicht
Achtung, Mecker-time.
So Leute, es ist offiziell: Ich schmeisse keine Parties mehr. Ich gebe mein letztes Geld nicht mehr fuer Alkohol aus und lebe den Rest des Monats von eben diesem Alkohol, weil ihn sonst keiner getrunken hat. Wie auch, war ja keiner da.
Ok, halt, wollen wir mal nur grau malen, nicht schwarz. Es waren zwei Leute da und ueber die hab ich mich auch wirklich gefreut. Unser neuer Nachbar Tom sass 2 Stuendchen mit bei uns und Tina aus der Roseberry WG kam noch nach der Arbeit. Ihr Freund wohnt gleich um die Ecke, also sehen wir sie vielleicht oefter mal.
Ja, und das wars. Niemand sonst. Alle haben zugesagt, keiner hat abgesagt. Und wir sassen da wie bestellt und nicht abgeholt. Angehuebscht, voller Vorfreude, arm wie die Kirchenmaeuse, aber den Kuehlschrank voller Spirituosen und den Kuechenthresen voller Suessigkeiten.
Mit sowas kann ich nicht umgehen. Sowas enttaeuscht mich und ich frage mich, was ich noch machen muss. Und jetzt sagt mir bloss nicht “Relax und chill, das wiiird schon!” Boah nee, das ist alles was ich zu hoeren kriege dieser Tage. Ich will nicht mehr chillen, ich will, dass die Leute sich an ihr Wort halten. Man.
Von nun an erspare ich mir den Spass und ueberlege mir, wie ich bis zum 25. mit einem Pfund im Popjuche ueber die Runden komme.
Fantastisch. Grossartig.
Was ich gerne hoere #12
„Du bist doch die Beste, me Julie, und es ist soooo toll mit dir zusammen zu wohnen! Wir haben immer was zu lachen (…)!“
Dito Frollein, dito :-*
4. Februar
Das ist heute. Der heutige Tag markiert zwei wichtige Ereignisse in meinem Leben. Eins ist nicht mehr so sehr von Bedeutung. Das andere doch sehr. Fuer mich jedenfalls.
Heute haetten der Schoko und ich 7-Jaehriges gehabt. SIEBEN Jahre. Ich frage mich, ob er das ueberhaupt noch weiss. Abgesehen davon erstaunt es mich, wie sehr mich dieses Nicht-ganz-Jubilaeum kalt laesst.
Ausserdem hat heute eine Sache begonnen, die moeglicherweise grossartig sein koennte. Ich werde mich mal in Schweigen huellen und geniessen. Aber trotzdem… irgendwie so… Hach. *dummgrins*











